Kompetenzen und deren Vermittlung

 

Was bedeutet Kompetenzorientierung für den Sozialwesenunterricht?

 

Schlüsselqualifikationen sind in der heutigen Arbeitswelt sehr gefragt. Die Vermittlung im  Fach Sozialwesen basiert auf vier grundlegenden Kompetenzen. Kompetenzen werden nicht innerhalt einer Unterrichtsstunde gelernt. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen langfristigen Prozess, der persönlichkeitsbildend und entwicklungsfördernd ist:

 

Empathiekompetenz:

Ein harmonisches Miteinander in einer Gesellschaft setzt voraus, dass sich der Einzelne in die Situation seiner Mitmenschen hineinversetzen kann. Dadurch wird menschliches Verstehen und somit tolerantes Handeln möglich. Im Sozialwesenunterricht trainieren die Schülerinnen und Schülern z. B. durch die Methode des Rollenspiels sich in die mannigfaltigen Lebenssituationen verschiedener Gruppen in unserer globalen Gesellschaft zu versetzen.

 

Urteils- und Wertekompetenz:

Ein Wertesystem ist die Grundlage einer jeden Gesellschaft. Mithilfe von Fallbeispielen, kontrovers diskutierten Themen aus dem Tagesgeschehen oder geeigneten Filmausschnitten üben die Schülerinnen und Schüler ein, Situationen auszuwerten, konsultieren bestehende Werte und Normen und bilden sich so eine reflektierte Meinung. Im Sozialwesenunterricht wird viel diskutiert und präsentiert, was dazu führt, dass die jungen Menschen lernen sich angemessen zu artikulieren und addressatengerecht zu kommunizieren.

 

Handlungskompetenz:

Bei der Handlungskompetenz handelt es sich um ein langfristiges Ziel, das im Rahmen der schulischen Ausbildung nur angebahnt werden kann, indem die Schülerinnen und Schüler motiviert werden sich in andere Menschen hineinversetzen und deren persönliche Herausforderungen nachzuvollziehen. Als Folge daraus, engagieren sie sich z. B. im Ehrenamt oder können die Situation eines Angehörigen, der der häuslichen Pflege bedarf eventuell besser verstehen und unterstützen.

Ein weiteres Beispiel: Über die Existenz verschiedener Beratungsstellen Bescheid zu wissen, kann zur Lebenshilfe werden oder nützlich sein, wenn ein Mensch im persönlichen Umfeld professioneller Unterstützung bedarf.

 

Sozialwissenschaftliche Methodenkompetenz:

Einige Beispiele hierfür:

Die Schülerinnen und Schüler erlernen im Sozialwesenunterricht den Umgang mit Statistiken und Schaubildern und können bald selbst Daten erheben und auswerten. Auch die Durchführung eines Interviews oder die Vorbereitung eines Expertengesprächs zählen zu wichtigen Fähigkeiten im Umgang mit den Menschen.

Auch im reflektierten Ansehen von Filmausschnitten oder Anhören von Podcasts, sowie dem Umgang mit Gesetztestexten oder der Bearbeitung von Fallbeispielen werden die Schülerinnen und Schüler in diesem Fach geschult.

Regelmäßig werden Ergebnisse und Erkenntnisse auf verschiedenste Weise präsentiert: Lernplakate, Flyer, Poster, Lapbooks, Explainity Clips, Power-Point- Präsentationen, Ausstellungen u.v.m.

Bekanntlich macht Übung den Meister, was sich in diesem Zusammenhang sicherlich auf die Souveränität beim Vortrag und die Qualität der Themenpräsentation auswirkt.

 

Susanne Weidringer