Englandaustausch der neuten Klassen

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Wieder einmal ging es für uns Lehrer in altbekanntes „Gewässer“, sprich in die Cotswold Hills nach England. Warum tut man sich das seit 16 Jahren an? Wird das nicht langsam langweilig? Nein, im Gegenteil! Für die Schüler ist ja alles neu und frisch. Es ist jedes Mal wieder eine riesige Freude für uns die Aufregung der Schüler zu erleben und sich von ihrer Begeisterung mitreißen zu lassen. Nach so vielen Jahren baut man langsam ein tieferes Verständnis für diese Insel „fernab“ vom Kontinent auf. Was der Begriff „cultural awareness“ wirklich bedeutet, erschließt sich uns von Jahr zu Jahr mehr. Uns ist klar, dass wir nie auslernen werden und so geraten wir immer wieder in Situationen, welche uns sogleich oder zumindest im Nachhinein zum Schmunzeln bringen. Unsere Reise mit 21 ausgewählten Schülerinnen und Schülern aus unseren neunten Klassen fand vom 06. Oktober bis 13. Oktober statt. Der Flug von München nach London Heathrow verlief ohne Probleme. Nach einer langen Busfahrt kamen wir abends an unserer Partnerschule an und ehe wir uns versahen, waren alle Schüler für das Wochenende bei ihren Gasteltern und ihrem jeweiligen Austauschpartner. Wir Lehrer konnten uns also in Ruhe den englischen Gärten, William Shakespeare und dem Literaturfestival in Cheltenham widmen. Wir haben es genossen!

Den Montagvormittag verbrachten unsere Schüler im Unterricht mit ihren Partnern. Am Nachmittag hatten wir im Ort unserer Partnerschule, Bourton-on-The-Water, einen traditionellen englischen Cream Tea und wir besichtigten das sehr aufwändig gestaltete Motor Museum des Ortes, wo wir mittels sieben Räumen in die unterschiedlichen Zeiten des Automobils eintauchen konnten. Zum Schluss gab es noch als Überraschung typisch saure englische Drops für die Schüler - eine Zitrone pur ist süß dagegen.

Am Dienstag galt als gemeinsamer Ausflug mit den englischen Partnern Oxford als Ziel. Wir erlebten eine sehr schöne Fahrt durch die Stadt mit einem offenen Sightseeing-Bus. Der Besuch von zwei Universitäts-Colleges und dem „Covered Market“, den überdachten Markthallen, rundete diesen Tag bei herrlichem spätsommerlichen Wetter ab.

Am Mittwoch fuhren wir zunächst zum berühmten Warwick Castle - einst Sitz von Heinrich dem Achten und heute eine der bekanntesten Touristenattraktionen Englands. Sogar den Dungeon, die Folterkammer, ließen wir uns nicht entgehen. Die Angstschreie so mancher Schüler klingen uns noch heute in den Ohren. Nachmittags ging es dann weiter in die Shakespeare Stadt Stratford. Wir sahen uns das berühmte Theater der Royal Shakespeare Company an, machten Halt an Shakespeares Geburtshaus und endeten den Rundgang an Shakespeares Grab an der Holy Trinity Church. Shakespeare- schon über 400 Jahre tot und immer noch faszinierend gut - das hat auch unsere Schüler beeindruckt.

Der Donnerstag stand ganz im Zeichen von Tewkesbury, der Partnerstadt Miesbachs. Wir wurden von dem dortigen Bürgermeister sehr herzlich empfangen und eingeladen im Sitzungssaal eine kurze Debatte selbst durchzuführen. Unsere Schüler nutzten die Gelegenheit um Fragen zu stellen und der Bürgermeister versuchte sogar auf Deutsch zu antworten. Natürlich luden wir ihn ein, Miesbach zu besuchen und er schien sehr interessiert. Nach diesem äußerst angenehmen Empfang besichtigten wir Englands zweitgrößte Kirche die „Abbey“ von Tewkesbury. Das wuchtige und zugleich filigrane Gebäude hinterließ einen bleibenden Eindruck bei allen. Der Nachmittag gehörte dann der nahen Stadt Cheltenham mit seine Cafés, noblen Einkaufsläden und dem 1£ Shop, welcher von unseren Schülern regelrecht für Nerds (englische Zuckerbonbons) geplündert wurde. Einen Geburtstag gab es auch noch zu feiern und wir versuchten verschiedene Leckereien der berühmtesten Cotswold Bäckerei - Huffkins. Zuletzt spielte noch ein Straßenmusikant „Happy Birthday“ und die Welt war vollends in Ordnung.

So in Ordnung, dass der Freitag bei vielen Tränen in die Augen trieb, als es hieß sich zu verabschieden. Gegen Mittag traten wir die lange Busreise nach London Heathrow an. Alles verlief ohne Probleme, bis auf einen Magen-Darm-Virus, der ein paar Schülern Probleme machte, und einen Schal, der sich in der Röntgenmaschine des Londoner Flughafens verfing, jedoch nach längerem Hin und Her heldenhaft befreit werden konnte. Am Münchner Flughafen nahmen die Eltern ihre Sprösslinge in Empfang und es ging für uns alle in ein wohlverdientes Wochenende. England war ein “Home from Home“ für uns alle und diese Devise galt auch für den Gegenbesuch der englischen Schüler und Lehrer im März diesen Jahres.

Impressionen aus England